Freitag, 6. Juni 2014

10.000 km geknackt!

Und wir haben das erste und hoffentlich einzige technische Problemchen: ein Blinklicht-Wackelkontakt. Vorne links sitzt der Übeltäter. Aufgefallen ist uns das in Florenz und als wir kurz vor der Werkstatt waren, funktionierte unser Blinker wieder reibungslos. Seit dem zickt er ab und an rum, dann geht er wieder. Ist wohl eine Frage der Zeit bis wir die nächste Werkstatt aufsuchen müssen.

Aber nun einmal von vorn: Nach Portofino sind wir nach Portovenere gefahren, um uns noch mehr hübsche bunte Häuser anzuschauen. Mit dem Unterschied, dass Portovenere noch mehr von Touristen überlaufen ist. Und wieder haben wir unser Talent bewiesen, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Doch dieses Mal haben wir uns wirklich selbst getoppt: Als wir von unserer hart erkämpften Parklücke einen Fußmarsch an der proppevollen Promenade ins Zentrum liefen, startete gerade ein Bootrennen. Wir waren Punkt 17 Uhr zum Start da, ohne Vorahnung. Hatten uns schon gewundert, ob da immer so viel Trubel ist.




Anschließend hatten wir dann doch sehr große Lust uns etwas am Strand zu sonnen. Da in Portovenere kaum ein Plätzchen am Wasser mehr frei war, haben wir beschlossen, einen Strand per Navi zu suchen. Wir sind nicht etwa an einem Strand gelandet, sondern in einer Sackgasse. An sich kein Problem, wäre da doch nur eine Wendemöglichkeit. Ganz abgesehen vom 45%-Gefälle. Unter neugierigen italienischen Blicken haben wir dank Millimeterarbeit unser Auto befreien können. Unsere Nerven waren dahin. Immer noch kein Strand. Hunger. Was soll's, dachten wir. Somit haben wir einfach unseren Gaskocher ausgepackt und uns Nudeln gemacht. Auf dem Parkplatz. Lecker war's. Und mit schöner Aussicht.


Abends sind wir dann weiter nach Pisa gefahren. Ausgezeichnete Idee, um so die Touristenmassen am Tag zu umgehen. Somit konnten wir uns vor dem schiefen Turm austoben. Was für ein Spaß. Sicherlich auch für die wenigen Zuschauer.



Auf der Suche nach einem Schlafplatz sind wir in einem Industriegebiet gelandet. Hatten wir schon öfter, ist wenigstens schön ruhig. Allerdings fahren dort wesentlich mehr Polizeiautos Streife. Und so kam es, dass wir etwas Panik bekamen, als auf einmal ein Polizist in zwei von uns gegenüber geparkte Autos mit einer Taschenlampe hineinleuchtete. Wir wurden verschont. Mit Herzrasen. Lagen ja schließlich schon bettfertig im Auto. Doch den ausschlaggebenden Grund, unser Auto doch noch einmal umzuparken (und damit unser ganzes Zeugs von vorn wieder nach hinten und wieder zurück zu verfrachten) gab uns ein merkwürdiger Mann, der sein Auto neben die zwei zuvor erwähnten stellte, ausstieg und mit zwei großen Taschen im Acker verschwand. Und nicht mehr zurückkam. Nachts 24 Uhr. Kurz darauf ging im Gebäude hinter uns die Alarmanlage. Das war wirklich gruselig. Ansonsten schläft es sich in Auto unvorstellbar gut. Ohne Witz.

Den nächsten Tag besuchten wir Florenz. Die ehrwürdige, kunstreiche Stadt ist echt sehenswert, wobei uns Verona vom Ambiente doch besser gefiel. Der Dom ist natürlich gigantisch. Und auch die Aussicht vom Piazzale Michelangelo ist wunderschön, wofür sich der anstrengende Aufstieg sehr gelohnt hat.






Als nächstes sind wir einige kleinere Mittelalterstädte angefahren. Die erste war San Gimignano, welche für seine zahlreichen Geschlechtertürme bekannt ist. Nette, gemütliche Atmosphäre.



Danach stand Perugia auf dem Plan. Wieder sollten wir den Schlüssel im Auto im Parkhaus lassen. Mit mullmigen Gefühl sind wir uns die Stadt anschauen gegangen. Das Aufregendste war wohl der Brunnen. Und unserem Auto ist diesmal nichts zugestoßen.


Und auch Assisi, Geburtsort von Franz von Assisi, ist ein Besuch wert gewesen. Mindestens genauso beeindruckend ist aber auch die Landschaft der Toskana und Umbriens. Wundervoll!





Und eigentlich hatten wir mal wieder einen günstigen Zeltplatz herausgesucht, nachdem wir in Florenz von den Campingpreisen abgeschreckt waren. Der Weg dahin war ein Erlebnis. Natur pur. Ein Feldweg (wenn man es überhaupt so nennen kann), den unser Navi erstaunlicherweise kannte. Und unser armes Auto. Kein Mensch weit und breit. Kein Handyempfang. Ein Glück, dass wir nicht festgesteckt sind. Als wir dann nach dieser elend langen Huckelpartie doch noch unser Ziel erreichten, war der Zeltplatz natürlich für 4 Tage geschlossen! Als es dann auch schon die Dämmerung einbrach und wir nach 4 Tagen Autoschlaferei uns doch mal wieder etwas Strom und fließend Wasser wünschten, haben wir angefangen die wenigen Pensionen abzuklappern. Glücklicherweise haben wir ein Apartmentzimmer runterhandeln können, da die liebe Frau (selbst Mutti) Verständnis für unsere Situation hatte.





Nach einer Nacht im super bequemen Bett wurden wir den nächsten Morgen dann auch noch zum Frühstück mit frischen Spiegeleiern, italienischem Kaffee und selbstgemachten Leckereien bemuttert :) So ging es dann mit vollgeschlagenem Bauch Richtung Süden. Dort angekommen (in Bari), mussten wir leider feststellen, dass nicht ganz Italien so wunderschöne Landschaft hat. Viel Müll. Flachland. Schlechte Straßen. Und komische Leute. Vielleicht waren wir auch nur an den falschen Ecken, aber unsere Begeisterung hat sich jedenfalls in Grenzen gehalten.
Schließlich sind wir in Locorotondo durch die kreisrunde, weiße Altstadt gelaufen und sind dann weiter nach Alberobello gefahren, um die typischen Trulli, so niedlich gebaute, runde Häuschen mit spitzen Dächern, zu besichtigen.





Spätestens in Matera waren wir wieder mehr als beeindruckt. Und zwar von der Altstadt, die überwiegend aus Höhlensiedlungen, sogenannten Sassi, besteht. Es erinnerte uns sehr an eine Zombiefilm-Kulisse, da der Großteil der ehemaligen Höhlen/Wohnungen verlassen waren. Zudem ist es bemerkenswert, dass dort tatsächlich bis 1950 noch Menschen in (gut ausgestatteten) Höhlen gewohnt haben.




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