Und wir haben das erste und
hoffentlich einzige technische Problemchen: ein
Blinklicht-Wackelkontakt. Vorne links sitzt der Übeltäter.
Aufgefallen ist uns das in Florenz und als wir kurz vor der Werkstatt
waren, funktionierte unser Blinker wieder reibungslos. Seit dem zickt
er ab und an rum, dann geht er wieder. Ist wohl eine Frage der Zeit
bis wir die nächste Werkstatt aufsuchen müssen.
Aber nun einmal von vorn: Nach
Portofino sind wir nach Portovenere gefahren, um uns noch mehr
hübsche bunte Häuser anzuschauen. Mit dem Unterschied, dass
Portovenere noch mehr von Touristen überlaufen ist. Und wieder haben
wir unser Talent bewiesen, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu
sein. Doch dieses Mal haben wir uns wirklich selbst getoppt: Als wir
von unserer hart erkämpften Parklücke einen Fußmarsch an der
proppevollen Promenade ins Zentrum liefen, startete gerade ein
Bootrennen. Wir waren Punkt 17 Uhr zum Start da, ohne Vorahnung.
Hatten uns schon gewundert, ob da immer so viel Trubel ist.
Anschließend hatten wir dann doch sehr
große Lust uns etwas am Strand zu sonnen. Da in Portovenere kaum ein
Plätzchen am Wasser mehr frei war, haben wir beschlossen, einen
Strand per Navi zu suchen. Wir sind nicht etwa an einem Strand
gelandet, sondern in einer Sackgasse. An sich kein Problem, wäre da
doch nur eine Wendemöglichkeit. Ganz abgesehen vom 45%-Gefälle.
Unter neugierigen italienischen Blicken haben wir dank
Millimeterarbeit unser Auto befreien können. Unsere Nerven waren
dahin. Immer noch kein Strand. Hunger. Was soll's, dachten wir. Somit
haben wir einfach unseren Gaskocher ausgepackt und uns Nudeln
gemacht. Auf dem Parkplatz. Lecker war's. Und mit schöner Aussicht.
Abends sind wir dann weiter nach Pisa
gefahren. Ausgezeichnete Idee, um so die Touristenmassen am Tag zu
umgehen. Somit konnten wir uns vor dem schiefen Turm austoben. Was
für ein Spaß. Sicherlich auch für die wenigen Zuschauer.
Auf der Suche nach einem Schlafplatz
sind wir in einem Industriegebiet gelandet. Hatten wir schon öfter,
ist wenigstens schön ruhig. Allerdings fahren dort wesentlich mehr
Polizeiautos Streife. Und so kam es, dass wir etwas Panik bekamen,
als auf einmal ein Polizist in zwei von uns gegenüber geparkte Autos
mit einer Taschenlampe hineinleuchtete. Wir wurden verschont. Mit
Herzrasen. Lagen ja schließlich schon bettfertig im Auto. Doch den
ausschlaggebenden Grund, unser Auto doch noch einmal umzuparken (und
damit unser ganzes Zeugs von vorn wieder nach hinten und wieder
zurück zu verfrachten) gab uns ein merkwürdiger Mann, der sein Auto
neben die zwei zuvor erwähnten stellte, ausstieg und mit zwei großen
Taschen im Acker verschwand. Und nicht mehr zurückkam. Nachts 24
Uhr. Kurz darauf ging im Gebäude hinter uns die Alarmanlage. Das war
wirklich gruselig. Ansonsten schläft es sich in Auto unvorstellbar
gut. Ohne Witz.
Den nächsten Tag besuchten wir
Florenz. Die ehrwürdige, kunstreiche Stadt ist echt sehenswert,
wobei uns Verona vom Ambiente doch besser gefiel. Der Dom ist
natürlich gigantisch. Und auch die Aussicht vom Piazzale
Michelangelo ist wunderschön, wofür sich der anstrengende Aufstieg
sehr gelohnt hat.
Als nächstes sind wir einige kleinere
Mittelalterstädte angefahren. Die erste war San Gimignano, welche
für seine zahlreichen Geschlechtertürme bekannt ist. Nette,
gemütliche Atmosphäre.
Danach stand Perugia auf dem Plan.
Wieder sollten wir den Schlüssel im Auto im Parkhaus lassen. Mit
mullmigen Gefühl sind wir uns die Stadt anschauen gegangen. Das
Aufregendste war wohl der Brunnen. Und unserem Auto ist diesmal
nichts zugestoßen.
Und auch Assisi, Geburtsort von Franz
von Assisi, ist ein Besuch wert gewesen. Mindestens genauso
beeindruckend ist aber auch die Landschaft der Toskana und Umbriens.
Wundervoll!
Und eigentlich hatten wir mal wieder
einen günstigen Zeltplatz herausgesucht, nachdem wir in Florenz von
den Campingpreisen abgeschreckt waren. Der Weg dahin war ein
Erlebnis. Natur pur. Ein Feldweg (wenn man es überhaupt so nennen
kann), den unser Navi erstaunlicherweise kannte. Und unser armes
Auto. Kein Mensch weit und breit. Kein Handyempfang. Ein Glück, dass
wir nicht festgesteckt sind. Als wir dann nach dieser elend langen
Huckelpartie doch noch unser Ziel erreichten, war der Zeltplatz
natürlich für 4 Tage geschlossen! Als es dann auch schon die
Dämmerung einbrach und wir nach 4 Tagen Autoschlaferei uns doch mal
wieder etwas Strom und fließend Wasser wünschten, haben wir
angefangen die wenigen Pensionen abzuklappern. Glücklicherweise
haben wir ein Apartmentzimmer runterhandeln können, da die liebe
Frau (selbst Mutti) Verständnis für unsere Situation hatte.
Nach einer Nacht im super bequemen Bett
wurden wir den nächsten Morgen dann auch noch zum Frühstück mit
frischen Spiegeleiern, italienischem Kaffee und selbstgemachten
Leckereien bemuttert :) So ging es dann mit vollgeschlagenem Bauch
Richtung Süden. Dort angekommen (in Bari), mussten wir leider
feststellen, dass nicht ganz Italien so wunderschöne Landschaft hat.
Viel Müll. Flachland. Schlechte Straßen. Und komische Leute.
Vielleicht waren wir auch nur an den falschen Ecken, aber unsere
Begeisterung hat sich jedenfalls in Grenzen gehalten.
Schließlich sind wir in Locorotondo
durch die kreisrunde, weiße Altstadt gelaufen und sind dann weiter
nach Alberobello gefahren, um die typischen Trulli, so niedlich
gebaute, runde Häuschen mit spitzen Dächern, zu besichtigen.
Spätestens in Matera waren wir wieder
mehr als beeindruckt. Und zwar von der Altstadt, die überwiegend aus
Höhlensiedlungen, sogenannten Sassi, besteht. Es erinnerte uns sehr
an eine Zombiefilm-Kulisse, da der Großteil der ehemaligen
Höhlen/Wohnungen verlassen waren. Zudem ist es bemerkenswert, dass
dort tatsächlich bis 1950 noch Menschen in (gut ausgestatteten)
Höhlen gewohnt haben.
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