Endspurt unserer Reise. Uns hatte das Wanderfieber gepackt, so dass wir nach einem Pausentag nach der Trolltunga-Wanderung uns schon wieder auf den Weg machten, diesmal zum eingeklemmten Stein, dem Kjerag. Angegeben waren 3-6h, 10km hin und zurück. Ein Klacks, dachten wir. Nach drei Bergspitzen und Tälern sahen wir es nicht mehr ganz so. Aber gelohnt hat sich auch auf jeden Fall! Etwas mulmig war uns schon allein beim Gedanken, dass dieser Stein 1000m über einem Fjord schwebt. Zu unserer Überraschung haben wir auch die Steilwand Preikestolen sehen können, zwei Sehenswürdigkeiten auf einen Streich.
Danach ging es auch schon weiter nach Schweden. Göteborg. Hübsche, gemütliche Stadt. Lustig fanden wir vor allem den Vergnügungspark mitten in der Innenstadt. Warum auch nicht?
Aufgrund unseres knappen Restbudgets sahen wir nicht so viel Sinn uns länger als nötig in den teuren nördlichen Ländern aufzuhalten, so dass wir dann am nächsten Tag über Malmö nach Kopenhagen, Dänemark, fuhren. Ich wollte unbedingt über eine futuristische Brücke fahren, die in einen unterirdischen Wassertunnel überführt (sieht dann so aus, als ob man ins Meer hineinfährt). Was sich spektaulär anhört, fuhr sich schnell weg. Foto haben wir leider keins. Aber dafür eine saftige Mautrechnung von 49 Euro (Und es kam noch eine weitere mautpflichtige Brücke dazu!)! Ohne Witz. Zu Lachen war uns wirklich nicht mehr zumute. In Kopenhagen selbst versuchten wir dann auf andere Gedanken zu kommen. Dies war unsere letzte Stadt auf der Europatour. Auch wenn wir genug Städte gesehen haben, so war diese ein wirklich schöner Abschluss. Kopenhagen ist sehr empfehlenswert und sicher nochmal ein Besuch wert. Besonders gut aufgemacht ist die Touristinformation, ein grandioses Konzept, sehr modern, übersichtlich und informativ.
Die Nacht davor, noch in Malmö (es war die vorletzte Nacht im Auto), Samstagnacht, hatten wir etwas Probleme einen angenehmen Schlafplatz zu finden, weil wir schon wieder sehr zentral waren. Schließlich standen wir nahe des Unigeländes. Als wir eigentlich gerade beim Einschlafen waren, ruckelt es auf einmal stark am Auto. Dabei blieb es nicht, denn der dreiste Typ (was auch immer er aus unserem Auto wollte) erforschte jedes Autofenster, bis er es letztlich doch aufgab und weiterging. Echt gruselig. Da wir kein Risiko mehr eingehen wollten, haben wir doch noch einmal umgepackt und uns einen neuen Schlafplatz gesucht.
Und auf einmal waren wir auch schon wieder in Deutschland. Wer hätte gedacht, dass wir uns doch sehr freuten wieder auf deutschem Boden zu sein. Und das pünktlich zu meinem Geburtstag. Diesen haben wir mit einem gemütlichen Frühstück vom Bäcker begonnen, so dass wir gut gestärkt für die Wattwanderung waren. Endlich Wattwandern. Zwei Stunden Würmer, Schnecken und Naturphänomene bewundern, das hat wirklich Spaß gemacht. Verdammt niedlich, mit echt nordischem Wattführer. Anschließend sind wir weiter nach Bremen gefahren, wo schon lecker Himbeertorte und Tee auf uns gewartet haben.
Es ist unglaublich wie schnell die Tage vergingen. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, viel gelernt. Über Land, Leute, voneinander und übereinander. Es war nicht immer einfach, unsere Laune war nicht immer die Beste, aber selbst diese schweren Zeiten haben wir gemeinsam durchgestanden. Wenn auch teilweise mit mehr Glück als Verstand. Kaum zu glauben, dass wir ganze 21.000 Kilometer gefahren sind! Und dabei kein einziges Mal geblitzt oder von der Polizei angehalten wurden. Lediglich ein kaputter Blinker und ein halb defektes Ablendlicht. Unfassbar ist auch, dass wir mehr als die Hälfte der Nächte im Auto geschlafen haben. Und das sogar größtenteils auch echt bequem. Wir lieben den Peugeot. Und seine Klimaanlage.
Danke für das Auto. Danke für die Unterstützung. Danke fürs Lesen. Es hat sich mehr als gelohnt!