Doch unser von Pech verfolgter Tag wendete sich tatsächlich noch: Aufgrund Norwegens atemberaubender und abenteuerlicher Küstenlinie müssen wir oft überlegen, ob wir einen Umweg fahren oder eine Fähre nehmen. Bei den Lofoten nahm es sich preislich nicht viel, da wir aber keine Lust auf so viel Autofahrerei hatten, entschieden wir uns diesmal für die Ferry. Somit haben wir noch mehr von den traumhaften Lofoten sehen können, da wir bis zum letzten Zipfel gefahren sind.
Außerdem ließ die Zeit noch zu in einer einsamen Bucht gemütlich zu chillen. Wer hätte gedacht, dass in Norwegen 30°C sein werden! Jacqui ist direkt nochmal ins eisklare Wasser gehüpft.
Beim Abkassieren am Hafen wurde dann meine Kreditkarte bei einem Betrag von ca. 110 € abgelehnt (welches dem eigentichen Preis für die Fährüberfahrt entsprach). Der äußerst nette Mitarbeiter aber hat uns daraufhin einfach den möglichst günstigsten Tarif (1 Elektroauto + 1 Kind) berechnet, so dass wir fast 80 € gespart haben! Der Wahnsinn! Können wir gut gebrauchen, da wir langsam wirklich Geldprobleme bekommen.
Hier in Norwegen ist wirklich alles dreifach so teuer als in Deutschland, da macht Einkaufen auch nicht wirklich Spaß, wenn schon eine einfache Salatgurke 3 € kostet. Außerdem gibt es weder H-Milch noch stilles Wasser in Supermärkten zu kaufen, so dass wir jetzt oft frische Milch kaufen (nur dumm, wenn man den Unterschied zwischen Milch und Buttermilch nicht erkennt) und Trinkwasser aus den Flüssen holen.
In Bodo angekommen, stand uns eine
700km lange, 10,5-stündige Autofahrt nach Trondheim bevor. Bisher
unser längster Streckenabschnitt. Trondheim haben wir flüchtig in
der Nacht angeschaut (echt praktisch für uns, dass es nie richtig
dunkel wird), scheint echt ganz gemütlich zu sein. Besonders beeindruckend sind die typischen, auf Stelzen gebauten, bunten Häuschen.
Es ist faszinierend wie gelassen die Norweger sind. Es ist völlig egal, wo man
übernachtet. Egal, ob in der Hängematte auf der Fähre, ein Zelt
direkt am Straßenrand oder sonstwo, es gibt wohl keine Grenzen, so gut. Da wir uns auch wirklich sicher hier oben fühlen und eine so
tolle Aussicht hatten, haben wir beschlossen einmal draußen zu
schlafen, an der frischen Luft, mit Meeresrauschen im Hintergrund und
Sonnenuntergang im Atlantik, wundervoll, direkt an der
Atlantikstraße.
Zuvor sind wir noch einen Berg erklommen, haben uns
unseren eigenen Weg durchs Gebüsch geschlagen und sind hochgekrackzelt, um dann
festzustellen, dass es einen breitgelaufenen touristischen Wanderweg
und ein Gipfelbuch gibt.
Nach einer weiteren größeren Etappe
(wir tanken rgendwie fast jeden Tag und jetzt wo wir noch einen
vollen Tank haben, sinken die Dieselpreise von Tag zu Tag), sind wir
in Alesund angekommen, wo natürlich gerade wieder ein Fest stattfand,
diesmal ein Bootsfest, so dass eine lebhafte Stimmung im kleinen Örtchen herrschte.
Da Alesund auch die einzig größere
Stadt in der Gegend ist und wir auf keinen Fall das Finale verpassen
wollten, sind wir eine Nacht länger als geplant geblieben und haben
einfach auf dem Hausberg Askla mit wundervoller Sicht übernachtet,
die vielen Touristen am Morgen haben wir einfach ignoriert.
Und dann kam auch schon der Tag, an dem
wir Weltmeister wurden! Wir haben das Spiel in einem Irish Pub
geschaut, mit ziemlich lustigem Publikum, darunter ein nettes
deutsches Pärchen sowie drei besoffene Brasilianerinnen, die uns
mit ihrer Euphorie für Deutschland um weiten übertrumpften. Doch sobald wir aus dem Pub mit Freudejubel
heraustraten, war die noch eben so gute Stimmung dahin. Die Stadt war
menschenseelenleer. Keine Autokorsos, kein Gegröle,
keine freudestrahlenden Menschen, echt schade. Selbst auf dem
Campingplatz, wo wir hofften auf ein paar triumphierende, feiernde Deutsche zu treffen, wurde brav die Nachtruhe eingehalten. Oh man, wie gern wären wir in Deutschland gewesen! OLE OLE OLEEE. Deutschlaaaaand!
Hier noch ein paar Dinge, die uns in Norwegen aufgefallen sind:
- Die gute Nachricht: es gibt kaum Mücken, die schlechte: dafür gibts kleine fiese Stechfliegen, die viel schlimmere Stiche/Bisse hinterlassen.
- Die Norweger lassen gern beim Warten den Motor laufen, auch wenn sie nicht im Auto sitzen.
- Seit Finnland haben wir keinen einzigen Elch mehr gesehen.
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