Guten Morgen! Es ist 3:30 Uhr früh, hell draußen und da hat man normalerweise ja nichts besseres vor als einfach mal Blog zu schreiben.
Seit vier Tagen haben wir kaum geschlafen. Schlafrythmus, sollte er jemals existiert haben, tut er es nun eindeutig nicht mehr. Kaum stellte man verwundert fest, dass es schon drei Uhr ist, geht die Sonne, die gefühlt nie weg war auch schon wieder auf und die Vögel zwitschern. Die Finnen scheinen sich mit der dauerhaften Sonneneinstrahlung abgefunden zu haben, mitten in der Nacht laufen Familien mit ihren schreienden Kindern umher, Jugendgangs sind um vier Uhr früh bei Mäcces, alles ist hier möglich!
Bis auf diese Tatsache, die einerseits faszinierend, andererseits verstörend ist und die abermillionen Mücken, ist Finnland wirklich traumhaft.
Wir haben uns drei verschiedene Nationalparke angeschaut, um das Land ein bisschen besser kennenzulernen. Der erste (Linansaari Nationalpark) war ein kleiner Reinfall, da auf der Insel, mitten in der finnischen Seenplatte kein einziger Wanderweg ausgeschrieben war und es auch irgendwie wirklich keinen Weg gab. Vielleicht waren wir auch einfach an der komplett verkehrten Stelle. Schön mit den ganzen roten Holzhäusern am Wasser war es trotzdem.
Unser zweiter Stopp, der Koli Nationalpark war daraufhin eine echt Steigerung. Nachdem wir den höchsten Berg in diesem Park (347m) erklommen haben, hat sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die Seen und Inseln geboten.
Dritter und letzter von uns erkundeter Nationalpark, der Oulanka Nationalpark, war der Schönste. Nachdem wir uns an der Touristeninformation erkundigt haben, welche Wanderroute wohl die Beste wäre, empfiel Sie uns die "kleine Bärenrunde", ein 12km langer Rundweg durch den Park. Gesagt, getan. Unsere Motivation auf Grund Schlafmangels ließ erst zu Wünschen übrig, aber spätestens, als wir an einer Hängebrücke angelangt waren, steigerte sie sich ungemein. Es gab regelmäßige Stopps auf der Strecke, wo fast immer eine kleine Holzhütte stand, in der es tatsächlich möglich war kostenfrei zu nächstigen, inklusive Feuerplatz, dem dazu passendem Feuerholz, einer Axt, so dass man sich notfalls selbst welches schlagen konnte und Toiletten. Wie unfassbar niedlich ist das denn? Schöne Idee, die es viel öfter geben sollte!
Der Park ansich war abenteuerlich. Wir sind mehreren Elchen hautnah begegnet, welche so schön sind, sind Berge erklommen und wurden von Mücken geärgert. Nur der Bär ist uns leider nicht begegnet.
Außerdem waren wir im Weihnachtsmanndorf Rovaniemi. Ja, so etwas gibt es tatsächlich. Wenn man dem Weihnachtsmann schreibt, werden die Briefe dorthin geschickt. Es ist wirklich niedlich aufgemacht und es liegt direkt am Polarkreis. So haben wir uns durch diverse Souvenirshops gekämpft, haben uns das offizielle Postamt angeschaut, wo es gemütliche Ecken zum Schreiben von Postkarten und Briefen gab, haben den Weihnachtsmann persönlich getroffen und ein Pläuschchen mit ihm gehalten und zuguterletzt den Polarkreis überschritten. Wer kann das schon von sich behaupten.
Mittlerweile sind wir schon wieder in den Lofoten, Norwegen. Hier ist es landschaftlich ein bisschen rauher und es gibt weniger dichten Nadelwald. Dafür umso mehr Berge, die teilweise noch schneebedeckt sind und offenes Meer, was einem den Salzgeruch in die Nase trägt. Unser Campingplatz ist direkt zwischen all dieser schönen Landschaft. Could be worse.
Fakten über die Finnen:
1. Sie haben unfassbar süße Bushaltestellen.
2. Wir haben keine einzige Straßenbaustelle entdeckt, das war in Norwegen wieder ganz anders.
3. Es gibt im Norden einfach so gut wie gar keine Blitzer mehr.
4. Alle Finnen sprechen außerordentlich gutes Englisch. Sehr förderlich für allerlei Kommunikation.
5. Man kann schlafen wo man möchte. Es interessiert niemanden. Das klingt wie Musik in unseren Ohren.
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