Von unserer Sommerbräune ist bald
nicht mehr viel übrig. Hier in Punkaharju sind es 12°C, in
Braunschweig 24°C. Lediglich das bisschen Sonnenschein am Tag, die
endlos hellen Tage und die Tatsache, dass noch kein Schnee liegt,
lässt erahnen, dass hier Sommer herrscht. Aber es gibt schließlich
nur schlechte Kleidung, kein schlechtes Wetter. Und wir sind uns
sicher - tauschen wollen wir bestimmt nicht! Seht selbst :)
Wir sind noch am Anfang von Finnland
und schon von den vielen Seen, Inseln & Halbinseln, dichten
Wäldern, saftgrünen Wiesen, bunten Holzhütten, freien und breiten
Straßen und netten Finnen begeistert. Da vergisst man schon gern
mal, dass hier alles doppelt so teuer ist. 5€ für 1h Parken. 5€
für ein 6er-Pack Wasser, wobei der Flaschenpfand 40 Cent pro Flasche
beträgt. Gut für die Natur. Und man kann sich wirklich einfach
nicht satt sehen an der Landschaft. Unfassbar dieser ganze Wald!
Hinzu kommt, dass seit den baltischen Ländern die Einwohnerzahl und
auch -dichte mächtig abgenommen hat. Dadurch kommt es uns alles
irgendwie viel entspannter und ruhiger vor. Endlich können wir auch
wieder auf Supermarktparkplätzen schlafen, ohne von abgeschlossenen
Toren oder Polizei- und Security-Streifewagen verschreckt zu werden.
Die Tage davor waren wir natürlich
noch in Riga und Tallinn, wovon wir dann mit der Fähre nach Helsinki
gefahren sind.
Riga ist ganz nett, hat ein paar
hübsche Gebäude. Wirklich beeindruckend waren die gigantischen
Markthallen, welche ehemalige Luftschiffhallen sind. Dort wird
wirklich von Kleidung bis Gemüse alles verkauft. Auch viele Pilze
und Waldbeeren, frisch aus dem Wald gesammelt.
Estland scheint von den drei baltischen Ländern am
fortschrittlichsten, wenn auch nur geringfügig. In Tallinn führte uns der Hunger
direkt in ein Pannkoogipubi. Welch
wunderbar leckere und preisgünstige Pfannkuchen! Ein großes Danke
an Henni für den Tipp :) Nachdem wir uns ein wenig die Füße
vertreten hatten, war es auch schon wieder Zeit für Schlaaaand!
Diesmal haben wir das spannende WM-Spiel in einem Irish Pub mit wirklich guter Fußball-Stimmung geschaut.
Am nächsten Morgen waren wir noch lecker Frühstücken (weil wir es uns bei den Preisen einfach leisten können), einkaufen und tanken, bevor wir dann abends zum Hafen sind. Die Überfahrt nach Helsinki dauerte nur 2 Stunden, war aber trotzdem sehr
aufregend und beeindruckend, allein schon aufgrund des ganzen
logistischen und technischen Meisterwerks.
Im Land der 1000 Seen angekommen, sind
wir zunächst an der südwestlichen Küste langefahren, welche
besonders für ihre Schärenlandschaft bekannt ist. Schließlich
haben wir Hangö entdeckt, ein kleines, niedliches Urlaubsörtchen,
welches aber überhaupt nicht den Anschein hat, da es einfach gar
nicht touristisch überlaufen oder touristisch ausgenutzt ist.
Nach dem kleinen Ausflug haben wir uns auf den Weg gemacht um Helsinki genauer zu erkunden (nicht nur vom Hafen aus). Erst hatten wir keine rechte Orientierung, fanden
schließlich aber doch noch die eigentlich unübersehbare Kathedrale am
Senatsplatz und das umliegende Zentrum. Helsinki mit seinen lediglich
500.000 Einwohnern hat ganz schön viel zu bieten, viel Kultur und Wasser. Und es verläuft sich schön, so dass eine angenehm ruhige
Stimmung herrscht.
Mittlerweile ist es nachts halb zwei, wir
sind noch nicht ganz in der Zeitumstellung angekommen, liegt
vielleicht aber auch daran, dass es noch hell ist. Es ist die ganze
Nacht über einfach nur Dämmerung. Faszinierend. Es ist merkwürdig im
halb Hellen schlafen zu gehen. Gute Nacht!
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