Nach drei Tagen durchweg Regen war nun
auch unser letztes Kleidungsstück nicht nur dreckig, sondern auch
nass. Alles war nass. Das Zelt glich eher einem Auffangbecken für
Regenwasser. Und uns blieb nichts andere übrig als den ganzen Übel
immer wieder einzupacken, weiterzufahren und auf besseres Wetter zu
hoffen.
Dem Regen zum Trotz, wir wollten
endlich mal feiern gehen. Was bietet sich da nicht besser an
als Freitag Nacht in Porto? Und obendrauf auch noch Nationalfeiertag!
Tja Pustekuchen! Wir waren nach den ersten 5 Minuten Herumirren auf
der Suche nach einer Bar im angeblichen Party-Viertel klitschnass.
Und die Diskotheken, die wir sogar herausgesucht hatten, konnten wir
irgendwie auch nicht finden. Erst gegen 2:00 Uhr haben wir dann
endlich einen größeren Club erreicht. Davor standen allerdings echt
merkwürdige Leute, unterstrichen durch eine Duftnote von Gras. Aber
hineingekommen sind wir sowieso nicht, weil ich von einem Polizisten
am Ärmel zurückgezogen wurde. Wir hatten unser Auto falsch geparkt.
Daraufhin war nun jegliche Partystimmung verflogen und wir sind in
unser übernässtes Zelt mit nassen Sachen und benässter Stimmung
(Hab ich schon erwähnt, dass alles nass war?) zum Campingplatz
zurückgekehrt.
Aber Porto an sich ist echt sehenswert.
Irgendwie anders, nicht so typisch Großstadt. Und ärmer. Ist
teilweise echt erschreckend und interessant zugleich.
So wie für Jacqui die portugiesische
Landschaft stark beeindruckend ist, so bin ich von den gemusterten
Wandfliesen total fasziniert.
Der nächste Halt nach Porto war
Bucaco. Der Nebel lag tief. Nieselregen. Und menschenseelenleer.
Verlassene Häuser. Ein Militärmuseum. Wir wussten erst nicht recht,
warum dieses etwas gruselige Dörfchen in den Bergen mit zwei Sternen
in unserem Reiseführer aufgeführt wurde. Doch nach einem kleinen
Spaziergang durch den wunderbar mystischen, üppigen Märchenwald
erreichten wir ein bildhübsches 5-Sterne-Hotel, welches eher einer
ehrwürdigen Kathedrale ähnelte. Beeindruckend.
Wir haben übrigens einen neuen
spanischen Belgeiter: unser neues Navi. Es deckt alle übrigen Länder
ab. Erleichtert ungemein. Gute Investition. So können wir uns beim
Fahren besser auf den Verkehr konzentrieren. Denn wie sich
herausstellt, sind die Portugiesen eine Steigerung der Spanier im
Straßenverkehr. Einfach mitten auf der Straße anhalten und
Warnblinkanlage rein. Fertig. Und Fußgänger auf Landstraßen sind
auch total normal. Aber wo laufen die Menschen kilometerweit hin?
Außerdem klingt Portugiesisch irgendwie wie Russisch.
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